Goethe-Institut schafft Raum für Dialog
Das Zusammenleben verschiedener Kulturen birgt sowohl Gefahren als auch viele Chancen in sich, die Frage ist immer nur, was man daraus macht. Normal ist es, dass Fremdes Angst und Unsicherheit verursacht, deshalb muss man immer bemüht sein, sich für Anderes zu öffnen und bereit für Dialoge sein.
Gerade der islamische Kulturraum wird noch immer sehr skeptisch betrachtet, mag dies an den Medien und den schlechten Nachrichten oder aber an dem Missbrauch der eigentlichen Religion oder auch der Traditionen liegen.
Doch auch auf der anderen Seite gibt es Vorurteile gegen die Deutschen. Auch Muslime haben ein von Medien und Vorurteilen geprägtes Bild von Deutschen, das nicht unbedingt der Wahrheit entspricht. Wenn man nur die Medien zur Verfügung hat, kommt es schnell zu verschobenen Realitätswahrnehmungen, die nur durch gemeinsame Aktivitäten und Projekte korrigiert werden können.
Um der Unkenntnis entgegen zu wirken, erarbeitet das Goethe-Institut seit vielen Jahren immer wieder Projekte, die den Dialog fördern und damit die auf beiden Seiten liegende Unkenntnis und Voreingenommenheit zu bekämpfen.
Nun wurde im Gazastreifen der „Dialogpunkt Deutsch“ in der Stadtbibliothek eröffnet. Bei dem Projekt geht es genau um das, was ich oben erwähnt habe, die Annäherung der Kulturen durch Dialog. Zum einen soll durch diesen Dialogpunkt den Menschen in Gaza die Möglichkeit gegeben werden, Deutsch zu lernen und die deutsche Gesellschaft besser kennen zu lernen.
Zum anderen bietet das Programm aber auch die Möglichkeit der Vernetzung und damit die Öffnung des Gazastreifens, zumindest auf intellektueller Ebene. Geplant ist, im Rahmen des Dialogpunktes Deutsch, Informationen frei zugänglich zu machen und einheimische Künstler zu fördern.
In der Stadtbibliothek findet man seit gestern eine Abteilung mit etwa eintausend Büchern und Zeitschriften sowie Sprach- und Lernmaterialen. Der Bücherfundus enthält sowohl Übersetzungen deutscher Klassiker als auch moderne Literatur, Literatur von arabischen und palästinensischen Schriftstellern und Kinderbücher.
Neben dem Projekt Dialogpunkt Deutsch bietet das Goethe-Institut aber auch seit einiger Zeit ein Programm an, dass sowohl deutsche als auch arabische Nachwuchsschriftsteller fördert und vor allem zusammenbringt.
Die Arbeit des Goethe-Institutes ist sehr wertvoll und dient der Verständigung sowie der Überwindung von Vorurteilen. Die Institution schafft Wege für ein Aufeinander Zugehen, dass eigentlich nur wünschenswert ist und noch viel intensiver auch von anderen Einrichtungen betrieben werden sollte.
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