Heut ist Heiliger Abend - Weihnachtsgrüße

merry christmas
Heute ist Heiliger Abend, Zeit, sich mit der Familie zu treffen und den Tag in gemütlicher Runde zu Hause zu verbringen und all die sonstigen Streitigkeiten zu überwinden oder sie zumindest für einige Zeit zu vergessen.
Für mich ist das Weihnachtsfest aber auch eine Zeit, an andere zu denken, nämlich an all die, die nicht mit ihren Familien zusammen feiern können, an diejenigen, die nicht einmal den Frieden und die Weihnachtsbotschaft genießen können, weil sie vor Krieg fliehen müssen, an diejenigen, die heute keine Geschenke erhalten oder verteilen können.
Man sollte sich bei all der Ruhe und Besinnlichkeit wirklich die Zeit nehmen, um auch den Armen zu gedenken, die nicht so gesegnet sind wie man selbst. Man findet zur Ruh und lässt gleichzeitig das vergangene Jahr Revue passieren.
Viele werden sicher in die Kirche gehen und gemeinsam mit anderen Gläubigen die Weihnachtsbotschaft empfangen und beim gemeinsamen Singen und dem Krippenspiel der Geburt Jesu gedenken. Weihnachten ist die Zeit, Gnade und Güte zu zeigen und walten zu lassen.
Umso erschreckender ist es, immer wieder zu sehen, wie die eigentliche Botschaft von Weihnacht verloren geht und der Konsum in den Vordergrund rückt. Menschen, die das ganze Jahr über von Geldmangel jammern, findet man an den Kassen der Einkaufszentrenten mit tonnenweisen Geschenken, von denen sie nicht immer wissen, ob sie auch wirklich gefallen.
Wichtiger als Geschenke ist doch aber, sich die Zeit zu nehmen, mit Familie und geliebten Personen zusammenzukommen, sich zu treffen und über Gott und die Welt zu reden. Familie sollte das wichtigste sein und diese kann kein Geschenk der Welt ersetzen.
In diesem Sinne und mit einem kleinen Weihnachtsspruch wünsche ich allen ruhige und besinnliche Stunden im Rahmen der Lieben, vor allem aber Gesundheit und Freude für das bevorstehende neue Jahr.
Am Weihnachtstag
Still ist die Nacht; in seinem Zelt geboren,
der Schriftgelehrte späht mit finstren Sorgen,
wann Judas mächtiger Tyrann erscheint;
den Vorhang lüftet er, nachstarrend lange
dem Stern, der gleitet über Äthers Wange,
wie Freudenzähre, die der Himmel weint.
Und fern vom Zelte über einem Stalle,
da ist’s, als ob aufs nied’re Dach er falle;
in tausend Radien sein Licht er gießt.
Ein Meteor, so dachte der Gelehrte,
als langsam er zu seinen Büchern kehrte.
O weißt du, wen das nied’re Dach umschließt?
In einer Krippe ruht ein neugeboren
und schlummernd Kindlein; wie im Traum verloren
die Mutter knieet, schlichter Mann rückt tief erschüttert
das Lager ihnen; seine Rechte zittert
dem Schleier nahe um den Mantel noch.
Und an der Türe steh’n geringe Leute,
mühsel’ge Hirten, doch die ersten heute,
und in den Lüften klingt es süß und lind,
verlor’ne Töne von der Engel Liede:
"Dem Höchsten Ehr’ und allen Menschen Friede,
die eines guten Willens sind."
(Annette von Droste-Hülshoff 1797 – 1848)
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